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IKEA schadet Rumäniens Wäldern!

Der investigative Bericht "IKEA. Smart Outside, Rotten Inside" dokumentiert das Verhalten von IKEA als grossem Holzverbraucher und dem mit IKEA verbundenen Unternehmen Ingka Investments als Rumäniens grösstem privaten Waldbesitzer mit Besitz von über 51'000 Hektaren. Die Untersuchung zeigt das Muster des zerstörerischen Holzeinschlags in den Wäldern, die Ingka gehören und die die IKEA-Lieferkette in Rumänien versorgen. Viele dieser Wälder befinden sich innerhalb oder in der Nähe von Naturschutzgebieten, hauptsächlich Natura-2000-Gebieten.

Von den neun untersuchten Waldgebieten gehören sieben Ingka Investments und zwei sind staatliche Wälder, die Fabriken beliefern, die für IKEA produzieren. Allein in den Ingka-eigenen Wäldern haben wir über 50 mutmassliche Gesetzesverstösse und schlechte Waldbewirtschaftungspraktiken festgestellt. Dazu gehören grossflächige Kahlschläge artenreicher Wälder, intensiver Holzeinschlag in Schutzwäldern und sogar in alten Waldbeständen ohne Umweltverträglichkeitsprüfung, sowie das Fehlen der natürlichen Waldregeneration nach dem Holzeinschlag - mit massiven Folgen für Natur und Klima.

Einige dieser Wälder waren vor der Übernahme durch Ingka streng geschützt oder wurden nur mit geringer Intensität abgeholzt. Jetzt werden sie alle maximal ausgebeutet, ohne Rücksicht auf die Natur.

Nur 1,04% des gesamten Ingka-Besitzes in Rumänien stehen unter strengem Schutz und 8,25% unter teilweisem Schutz. Dies steht hingegen nicht im Einklang mit den Verpflichtungen, die die EU zur Bewältigung der Klima- und Biodiversitätskrisen eingegangen ist. Die EU-Biodiversitätsstrategie fordert den Schutz von mindestens 30% der Fläche, von denen 10% streng geschützt sein sollten. Ein wichtiges Ziel dabei ist der strenge Schutz aller verbleibenden Ur- und Naturwälder («old-growth forests») in der EU.

Bericht (EN): IKEA. Smart Outside, Rotten Inside ("IKEA – Aussen fix und innen nix")

Anhänge 2 und 3 des Berichts

Video (RO): Untersuchungen im Feld


April 2022 – wir befinden uns im Naturschutzgebiet «Penteleu» in den rumänischen Karpaten, wenige Stunden Fahrt von der Stadt Brașov. 2007 wurde Penteleu zu einem Naturschutzgebiet von europäischer Bedeutung erklärt und ist seitdem Bestandteil des ökologischen Netzes «Natura 2000». Hier gibt es noch wilde Braunbären, Wölfe und Fischotter. Doch trotz seines ökologischen und kulturellen Wertes ist der Wald von Penteleu von der Zerstörung bedroht. Mitten im Natura-2000-Gebiet besitzt der Möbelkonzern IKEA einen Wald von über 1500 Hektaren.

Schon beim Eintritt in den «IKEA-Wald» liegen am Wegrand grosse Buchen- und Fichtenstämme. Die Spuren der Verwüstung zeugen vom derzeit betriebenen «progressiven Holzschlags». Dadurch können in relativ kurzer Zeit jahrhundertealte Wälder durch junge Baumbestände ersetzt werden – sofern eine Regenerierung überhaupt erfolgt. All dies erfolgt zulasten der biologischen Vielfalt, des Klimas und der kulturellen Werte dieses Naturerbes.

Der nahe Bach ist völlig verdreckt und führt nur noch schlammiges Wasser. Von knietiefem Schlamm bedeckt ist auch der Holzrückeweg, der ohne Rücksicht auf das Gelände zwei Meter tief in den nahen Hang eingegraben wurde. Hier wird der Bodenerosion aktiv Vorschub geleistet. Weiter oben stossen wir auf die Stümpfe mächtiger alter Fichten. An den Stämmen noch stehender Bäume sind starke Schleifspuren zu sehen. Von schonendem Holzschlag kann keine Rede sein.

All dies geschieht in einem nationalen Kontext, in dem systematischer Raubbau, illegaler Holzschlag und Korruption weit verbreitet sind.

Weitere Informationen zu diesem Kontext finden Sie in der Juni-Ausgabe von Tong Tana, dem Mitgliedermagazin des Bruno Manser Fonds.

Tong Tana — Rumäniens Urwälder in Gefahr